Drillingsgeburt bei den Coburger Füchsen

An einem frühen Morgen im April wurde ich gegen 5 Uhr durch lautes Schreien aus dem Schlaf – in meiner Wohnung – geweckt. Im Dunkeln machte ich mich mit der Taschenlampe auf die Suche nach der Ursache und fand draußen vor dem Stall drei neugeborene Coburger Fuchs-Lämmchen. Das letzte der Drillinge war gerade erst zur Welt gekommen und noch zu schwach, um aufzustehen. Zwei der Kleinen haben eine besondere gescheckte Farbe in weiss-braun.

Ich bereitete frisches Heu, Wasser und Hafer für die erschöpfte Mutter. Und legte die Lämmchen in eine Innenbox in das Stroh. Ich weckte meine Tochter und beobachtete mit ihr eine ganze Weile dieses besondere Wunder. Nach und nach kamen mehr Bewohner vom Hof Kotthausen und begrüßten die Lämmlein. Eine Rotlichtlampe wurde zum wärmen der Lämmer installiert.

Was nun, Aufzucht mit der Flasche !?

In der Landwirtschaft sind Drillingsgeburten bei dieser Rasse zwar ein kleines Wunder, – und Zwillingsgeburten standard – bringen aber sofort Herausforderungen mit sich. Da das Mutterschaf seit dem zweiten Tag nur noch ein Lamm an die Zitze ließ, musste die Schafsgruppe der Hofgemeinschaft schnell reagieren, so dass die Lämmchen nicht zu schwach wurden.

Fütterdienste und Maiwiesen

Um die Unterversorgung der anderen beiden Lämmer zu verhindern, erstellten wir einen „Dienstplan“ erstellt und füttern nun fünfmal täglich mit der Milchflasche (Pulvermilch). Früh um 6.00 Uhr stehen dazu die ersten HelferInnen bereit.

Die Fütterungsdienste werden von vielen Menschen aus der Hofgemeinschaft getragen, wobei auch viele der Hof-Kinder eine Schicht übernehmen.

Die intensive Betreuung hat dazu geführt, dass die Lämmchen nun extrem zahm sind und gezielt auf uns zurennen, sobald wir erscheinen. Viele Besucher bewundern sie am Weidenrand. Auch mit den teils aggressiven Gänsen haben sich die Lämmer eingelebt.

Mittlerweile fressen die Kleinen mit den anderen neuen Lämmern bereits Gras und probieren den Geschmack der verschiedene Kräuter.

Die Beifütterung konnte daher reduziert werden, sodass aktuell nur noch ein Lamm auf die Flasche angewiesen ist. Die Lämmchen bekommen viel Besuch, insbesondere von befreundeten Kindern und Besuchern aus der „Bauernhofpädagogik„, die auch gerne mal das Fläschchen füttern übernehmen.

Der gemeinsame Einsatz hat sich gelohnt – und lohnt sich noch, alle drei Jungtiere sind inzwischen wohlauf und entwickeln sich prächtig. Sie springen gemeinsam neben der Mutter in den schönen Sonnenstrahlen des Monats Mai wild und fröhlich auf der Kräuterwiese herum.

N.K.